
Über Elke Maes
Landschaft als Gleichnis
Das bevorzugte Genre im malerischen Werk von Elke Maes bildet die Landschaft. Sie ist ihr Medium in Korrespondenz mit der Welt. Bild um Bild beschreibt sie ihre Sicht auf Lebensräume, immer zwischen Vision und Wirklichkeit.
Die Welt der Malerin ist weit gespannt, voller Staunen und Respekt im Sinne der Schöpfung. Wie selbstverständlich wird die Landschaft zum Bedeutungsträger für menschliches Leben. Bei ihr und anderen müssen Figuren selbst nicht einmal ins Bild integriert sein, um Zeugnis abzulegen über das Menschenbild einer Zeit. Dem Betrachter können sich darin nämlich Szenarien zwischen einem harmonischen wie disharmonischen Dasein im Universum bieten, von Bedrohung oder Geborgensein.
Elke Maes schließt sich nicht der Katastrophensicht über ein baldiges und schlimmes Ende unserer existentiellen Grundlagen an. Auch ficht sie die heutige, oft maßstablose Bandbreite künstlerischer Entäußerungen nicht an. Sie trachtet nicht nach Trends, dem Modischen, schnell Vergänglichen. Sie bleibt im besten Sinne die bodenständige Malerin, die mit ihrer darstellerischen Begabung einen anregenden und erfreulichen Beitrag zum Spektrum gegenwärtiger Kunst leistet.
Zu ihren favorisierten Motiven gehört das Land am Meer, das Heimat war und ist. In Nah- und Fernsichten erzeugt sie Impressionen, keine sklavische Nähe zu Strand und Wellen, Bäumen, Hochufer und überwölbenden Wolken.
Mit sicherem Instinkt und oft mutig wählt sie Grundton und Orchestrierung von Farben. Dabei hat der malerische Duktus Vorrang vor dem zeichnerischen. Sie gehört zu denen, die es vermögen, Bildperspektiven mit koloristischen Mitteln zu illusionieren. Ihre Malweise als impressionistisch einzuordnen, mag es wohl ambesten treffen. Dabei soll nicht eine vergleichende Nähe zur Stilrichtung des späten 19. Jh. gemeint sein. Dass die Pinselführung gelegentlich expressive Züge annimmt, mag dem Temperament der Malerin wie dem jeweiligen Sujet geschuldet sein.
Wortlos wie jedwede Art bildender Kunst bietet das Oeuvre der leidenschaftlichen Sucherin und Gestalterin einen originellen Beitrag vom Widerschein des Daseins,- immer eingedenk der Betrachter, für die das Artifizielle ein wichtiges „Lebensmittel“ darstellt.
Dr. Renate Hagedorn, April 2009